Lord of War

Ein so wichtiges, politisches wie auch wirtschaftliches Thema auf eine sehr persönliche Weise als großartiges Drama eingefangen. Lord of War – Händler des Todes hat zugleich über viele Monate ein Faible für andere Werke mit Nicolas Cage gesorgt. Der Trailer wird dem Film kaum gerecht und vermittelt das Gefühl eines Actionfilms mit humorvollen Einlagen.

Das könnte kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein. In Lord of War wird mit zumeist bedrückenden Szenen gezeigt wie das Geschäft mit Waffen unsere Gesellschaft prägt, die globalen Verhältnisse beeinflusst und wie schnell die Lockung nach Geld und Macht die Menschen in den Abgrund treiben kann. Zugleich gelingt es dem Film die schwierige Thematik zu vermitteln ohne dabei zu nüchtern oder schwer anzumuten.

Das fünfte Element

Noch vor Star Wars hat dieser Film das Interesse an Science Fiction auf ein hohes Niveau gehoben. Denke ich an Bruce Willis kommen mir zwei Filme als Erstes ins Gedächtnis. Stirb Langsam und das fünfte Element. Und während Beide großartig sind, gewinnt das fünfte Element mit seiner Leichtigkeit. Ein liebevoll inszenierter Actionfilm der in seine Szenen ein stetes Augenzwinkern streut und trotz in die Jahre gekommenen Effekten und Requisiten ein liebenswert trashiges Gefühl vermittelt.

So hätte Bruce Willis die Welt gerne häufiger retten dürfen. Und gleichzeitig dürfte dies die erstes Sangeseinlage in einem Film sein, die mir dauerhaft im Gedächtnis geblieben ist.

Requiem for a Dream

Und da haben wir tatsächlich den ersten Film, der bei mir schon länger auf der „endlich mal wieder ansehen“-Liste steht. Allein an die Titelmusik zu denken stellt prompt sämtliche Nackenhaare auf und lässt eine Gänsehaut durch den ganzen Körper ziehen.

Vier Leben die von einem gemeinsamen Problem beeinflusst werden. Kaum ein Film schafft es mit so einfachen Mitteln so eindringlich zu zeigen, wie Leben den Bach runter gehen können. Aus unterschiedlichsten Gründen in die Abhängigkeit von Drogen rutschend, schaukeln sich die Probleme für die Probanten zunehmend höher. Am Ende bleibt ein flaues Gefühl und das Wissen einen furchtbaren und damit großartigen Film erlebt zu haben.

Monseur Claude und seine Töchter

Überraschung! Auch dieser Film blieb im Gedächtnis weil er mich gar nicht hätte berühren dürfen. Unbekannt wie kein Anderer Film ist es dem glücklichen Zufall zu verdanken, dass dieser Film erlebt werden konnte. Zum ersten Mal hatte ich mich dazu entschlossen, den Abend mal spontan mit seiner Sneak Preview zu verbringen. Wer damit nicht vertraut ist: Bei einer Sneak Preview zeigen Kinos einen Film der in kürze ins reguläre Programm aufgenommen wird. Wenige Wochen vor Filmstart hat man so die Möglichkeit eines der neuesten Machwerke zu erleben. Der Haken: Man weiß nicht was man zu sehen bekommt. Das kann der nächste Blockbuster oder ein totaler Nischenfilm mit Floppgarant sein.

Man möge sich die Begeisterung vorstellen als die ersten Sekunden über die Leinwand flimmerten und das erscheinen französischer Namen für ein Stöhnen im Publikum sorgte. Wer nennenswerte Erwartungen gehegt hatte wurde prompt enttäuscht. Oder doch nicht?

Auch ich sah das als ein schlechtes Omen und stempelte den Abend mit den ersten Sekunden als gelaufen ab. Was sollte ich mich damit irren! Der Film entpumpte sich als große Freude. Rassismus in all seinen Farben wird plakativ als Aufhänger genutzt um einer Beziehungskomödie rund um eine nahende Hochzeit und gegensätzlichen Familien den besonderen Touch zu geben.

Obgleich Überraschungen ausbleiben und die Handlung im Grunde genau so verläuft wie man sie erwartet, jongliert der Humor mutig mit der provokativen Thematik und hat nicht nur gegen jede Erwartung großartig unterhalten, sondern auch dafür gesorgt dass das Experiment Sneak Preview nicht bereits nach dem ersten Versuch wieder beiseite gelegt wurde.

Jack Ketchum’s Evil

Zum Schluss nochmal etwas aus der Kategorie harter Tobak. Und tatsächlich der einzige Film den ich einmal und seither kein zweites Mal gesehen habe. Das Buch las ich zwei, drei Jahre später und bin froh dass der Film an manchen Stellen dann doch etwas weniger explizit ausfiel als es in der Romanvorlage der Fall war.

Wie es heute, gut 10 Jahre später aussähe weiß ich nicht. Aber obgleich ich schon seit sehr langer Zeit ein Faible für grausame Filme hege, Gore, Gewalt und psychologische Folter als gut inszenierte Stilmittel schätze… dieser Film war es der mich im Anschluss vor dem Bildschirm zurück lies, mit einem flauen Gefühl in meiner Magengegend das ich bis dahin so nicht erlebt hatte.

Ich sehe den Film als eine absolute Empfehlung für all Jene, die sich nicht an der Darstellung grausamer psychologischer und physischer Folter in einer Pflegefamilie stören. Aber gerade die glaubhafte Inszenierung war es, die damals meine durch zahlreiche Horrorfilme und Thriller aufgebaute Tolleranz auf die Probe stellte.

Nachwort

Das waren also 10 Filme die in irgendeiner Weise für mich von ganz besonderer Bedeutung waren. Würde ich lange genug darüber nachdenken wären 10 Filme natürlich nicht genug. 20 oder gar 50 Filme könnten sicher ohne größere Schwierigkeit benannt werden. Nur welchen die Bühne präsentieren? Wie sieht es bei euch aus? Welche Filme haben für euch eine ganz besondere Bedeutung?