Wahldienst

Letzte Woche durfte ich aufgrund regionaler Wahlen und Volksentscheid schon einmal antreten. Gestern war es wieder so weit. Wahlen standen an und ich trat zum nunmehr fünften Jahr in Folge meinen freiwilligen Wahldienst in einem Wahlbezirk im Nachbarort an. Nennenswerte Anekdoten gab es in beiden Fällen kaum zu berichten.

Die jeweils fünf Stunden währende Schicht verlief mit im Schnitt je 19-20 Wählern pro Stunde ausgesprochen ruhig, um nicht zu sagen zu ruhig. Macht das Auszählen am Ende zwar einfacher und somit schneller, sorgt aber auch dafür, permanent auf die Uhr zu starren, während die Minuten zäh wie Kaugummi dahin siechen.

Eine Sache gibt es aber doch, die sowohl im Netz auf sozialen Plattformen, als auch einigen Wählern angekreidet und hier mal öffentlich als Bullshit abgeschlagen werden muss: Die Unterstellung des Wahlbetrugs durch die Helfer.

Eine Aufzählung einiger gehörter Unterstellungen und allgemeiner Fakten, möchte ich euch hier nennen, um euch zu zeigen, weshalb ein Wahlbetrug durch die Wahlhelfer praktisch ausgeschlossen werden kann.

Wahldienst

Da liegen Bleistifte aus. Die kann man ausradieren und etwas Anderes hin schreiben!

Das mag stimmen, ist aber witzlos. Wer mag kann zu jederzeit zu einem anderen Stift greifen oder auch mit einem selbst mitgebrachten Kugelschreiber ein Kreuz setzen. Der Grund dass einfache (Blei)Stifte zum Einsatz kommen, beruht einfach darauf, dass diese nur gespitzt werden brauchen, während ein eingetrockneter oder Stift nutzlos ist. Dem Vorwurf der Manipulation kann man an dieser Stelle folgendes entgegen bringen: Ab 18 Uhr mögen die Wahllokale für weitere Stimmabgaben geschlossen sein. Wer sich dafür interessiert, darf jedoch zu jeder Zeit als Beobachter der Auszählung beiwohnen. Eine Manipulation durch Einzelne oder das komplette Wahlteam ist so ausgeschlossen.

Es könnten heimlich vor oder während der Wahl zusätzliche Zettel eingeworfen werden.

Nein. Dies würde voraussetzen, dass das gesamte Wahlteam (Mindestens 6 Personen) in den Betrug involviert wäre. Da die Wahlhelfer ohne Kenntnis voneinander über die Verwaltung zusammengestellt und jeweils eigene politische Ansichten vertreten, wird es in der Praxis kaum einen Fall geben, bei dem alle Teilnehmer einer Manipulation in eine bestimmte Richtung zustimmen würden.

Vor der Wahl werden die Wahlcontainer noch einmal inspiziert und dann im Beisein Aller Wahlhelfer mittels Schloss versiegelt. Dass vor Beginn der Wahlen Zettel hinzu kommen, kann ausgeschlossen werden.

Während der Wahl ist es vorgesehen, dass zu jeder Zeit mindestens drei Wahlhelfer (Der Tag läuft in zwei Schichten) im Büro präsent sein müssen. Streng genommen dürfte bei Wahllokalen mit Mindestbesetzung nicht einmal die Toilette aufgesucht werden. Praktisch bleiben immer noch mindestens zwei Personen, die Aufsicht in Abwesenheit einer einzelnen Person haben. Und die gerade anwesenden Wähler würden sicher nicht still schweigen, wenn sie merken, dass in ihrem Beisein einfach irgendwelche Zettel in die Wahlurnen gesteckt werden. 😉

Während des Wahltages werden sämtliche Wählerabgaben notiert. Mittels Strichliste (Zwecks Schnellmeldung für eine Hochrechnung der Wahlbeteiligung zur Mittagstunde) werden alle Wähler notiert, die eine Stimme abgaben. Parallel dazu wird ihr Wahlschein überprüft und notiert. Zusammen mit den ausgezählten Bögen ergeben sich daraus drei Zahlen, die sich im Normalfall überschneiden sollten. Sollte eine der beiden Listen durch regen Betrieb oder Nachlässigkeit abweichen, gibt es immer noch zwei Zähler, die im Normalfall überein stimmen. Kommt es zu keiner Übereinstimmung, müssen die Wahlscheine neu ausgezählt werden. Da dies ein sehr zeitintensiver Prozess ist, hat kein Wahlhelfer Interesse daran, durch plötzlich auftauchende oder verschwundene Zettel wiederholte Zählungen herauf zu beschwören, welche den Abend leicht um eine, wenn nicht mehrere Stunden verzögern können.

Mir wurde mein Wahlschein zurück gegeben. Ich könnte noch einmal wählen.

Nein, das würde auffallen. Bei Abgabe der Stimme wird vermerkt, dass die jeweilige Person eine Stimme abgegeben hat. Bei einem erneuten Wahlversuch mit Wahlschein oder auch nur Personalausweis, würde dies sofort in der Liste auffallen.

 

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