Plötzlich Hundesitter

Wer mich kennt weiß: Hunde zählen nicht zu den Tieren die ich mag. Ich meide sie, kann die meisten nicht einmal ausstehen. Zahlreiche Hunde in der Nachbarschaft, teils von ihren Besitzern verzogen und ständig wild herum kläffend oder gar potentiell gefährlich stimmten gerade als Katzenhalter nicht unbedingt versöhnlich. Dazu kommt, dass die wenigsten Hunde den Kompromiss zwischen „Groß genug um als Hund anerkannt zu werden“ und „noch tauglich um ähnlich wie eine Katze zu kraulen“ geschafft hätten. Ein, zwei Exemplare mochte es geben mit denen ich mich arrangieren konnte, doch spätestens beim los getretenen Gebell waren meine Nerven immer recht schnell gespannt.

Kiki

Wie der Zufall es aber so will, kam ich jetzt doch in die Situation alle paar Tage Mal Hundesitter für eine kleine Malteser-Dame spielen zu müssen. Kiki heißt die vielleicht zwei Jahre junge Dame, mit kaum mehr als vierzig, höchstens fünfzig Zentimetern Länge. Und diese kleine Hündin hat mich wider Erwarten ausgesprochen positiv überrascht.

Kiki ist die Sorte Hund, mit der sogar ich mich sehr gut anfreunden kann. Einen eigenen Hund würde ich trotz alledem nicht wollen, dafür ist es auf Dauer zu Zeit-intensiv, aber als gelegentliche Leihgabe um mal einen oder auch drei Tage darauf aufzupassen, wird die Dame gerne ins Haus geladen.

Hören tut man von ihr so gut wie nie etwas. Bei energischen Spielen – und sie spielt wirklich viel und gerne – kommt es schon mal zu einem energischen Knurren, will man um das Spielzeug rangeln. Bellen ist die Ausnahme und weit seltener und stiller als bei jedem zuvor getroffenen Hund. Ansonsten schlägt sie gerne Purzelbäume, wetzt energiegeladen von A nach B oder liegt lange Zeit auf einer Decke oder einem Kissen und spielt toter Hund… bis man sich ihr nähert und der Blick in die Höhe schnellt.

Gassigehen ist ebenso eine Freude. Brav tippeln ihre kurzen Beine in einem zügigen aber nie eiligen Schritt herum, Geschäfte werden prinzipiell dort verrichtet wo sie nicht weiter stören und schon ein minimales Spannen der Leine reicht, um sie folgsam wieder zurück kehren zu lassen. Einen so wohlerzogenen und liebenswerten Hund hab ich wirklich noch nie zuvor getroffen.

Einzig beim Fressen erinnert sie frappierend an meinen im letzten Jahr verstorbenen Kater. Obwohl alle Zähn vorhanden und in guten Zustand sind, werden die kleinen Fleischbrocken auf die denkbar umständlichste Art und prinzipiell einen halben Meter neben dem Napf auf dem Teppich verspeißt. Aber man kann vermutlich nicht alles haben 😉

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